7 Schritte für einen würdevollen Umgang mit deinem Kind

Das Grundgesetzt setzt es gleich an die erste Stelle: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Wann ist ein Mensch ein Mensch? 

Mit der Volljährigkeit? Oder sobald das Herz zu schlagen beginnt?

Was bedeutet ein würdevoller Umgang mit einem Kind, mit einem Säugling, mit einem Ungeborenem? Etwas anderes als bei einem Erwachsenen?

Die Würde des Menschen ist unantastbar. 

Ist es würdevoll ein Kind vor Fremden für sein Fehlverhalten auszuschimpfen?

Ist es würdevoll ein Kind dazu zu zwingen auf die Toilette zu gehen, obwohl es nicht muss?

Ist es würdevoll von einem Kind zu verlangen, etwas zu sagen oder zu tun, obwohl es das gar nicht möchte („Wie sagt man?“ oder „Geb´ der Oma zum Abschied eine Umarmung!“)

Diese Liste von Dingen, die ich im Umgang mit Kindern täglich beobachte, könnte noch viel länger sein. Es gibt viele Beispiele, wie Erwachsene selbstverständlich die Würde von Kindern untergraben. Und unsere Gesellschaft fordert das sogar ein. 

Verletzen wir damit ein Grundrecht unseres Kindes?

Und wie kann ich mein Kind würdevoll behandeln? Selbst wenn es vielleicht noch nicht geboren ist. Oder erst ein paar Wochen alt. Oder 5 oder 13. 

Wie kann ich meinem Kind sein erstes Grundrecht zusprechen?

Eine wesentliche Frage, die ich mir dabei stelle ist:

„Könnte ich diese Maßnahme gegenüber einer guten Freundin rechtfertigen?“

Warum machen wir so einen Unterschied im Umgang mit Kindern und Erwachsenen, wenn es um deren Würde geht? 

Und nein – ich meine damit nicht, dass wir Kinder gleich behandeln sollten wie Erwachsene. Kinder sind nicht gleichberechtigt. Aber wie steht es mit gleichwertig?

Es ist ein Unterschied, ob mein Kind entscheiden darf, ob es das Essen nachsalzen will oder wie viel es davon möchte (gleichwertig). Aber es ist nicht gleichberechtig zu mir als Mutter und kann entscheiden, ob es Pommes oder Gemüse zum Mittagessen gibt, zu mindestens nicht jeden Tag. 

In so vielen Alltagssituationen beobachte ich es, dass Kinder nicht gleichwertig zu Erwachsenen behandelt werden. 

Ich würden beispielsweise nie einem fremden oder auch nur kaum bekanntem Erwachsenen einfach so ins Gesicht fassen.

  • Kinder erleben das nahezu jeden Tag.

Ich würde niemals über eine anwesende Person in der dritten Person sprechen – das ist unfreundlich und respektlos.

  • Bei Kindern ist das Gang und Gäbe

Ich würde niemals von meinem Partner erwarten, dass er sofort all seine Tätigkeiten ruhen lassen soll, da ich JETZT einkaufen gehen will. 

  • Von Kindern wird es selbstverständlich erwartet, ihr Spiel niederzulegen, um sich dem zu beugen, was wir gerade für wichtiger halten.

Ich würde niemals meine Freundin einfach packen und an einen anderen Ort hinstellen.

  • Babys und Kleinkinder werden ohne Voranmeldung und Ansprache einfach hochgehoben und weggetragen.

Warum machen wir so einen Unterschied im Umgang mit unseren Kindern?

Ich möchte im Kinderspiel dazu anregen, sogar bereits die Kleinsten mit vollem Respekt zu behandeln. Und unseren Kindern ihre Würde zu lassen. Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Vielleicht fragst Du dich nun;

Wie kann ich meinen Kindern respektvoll und mir Würde begegnen?

Hier findest Du sieben Schritte für einen würdevollen Umgang mit deinem Kind:

  1. Behandle dein Kind gleichwertig

Frage Dich; könnte ich dieses Verhalten gegenüber eines guten Freundes rechtfertigen?

Oder: Was würde ich mir in solch einer Situation von einer guten Freundin wünschen?

2. Beziehe Dein Kind mit ein

Bespreche auf ganz grundlegender Ebene Dinge mit dem Kind, bevor sie durchgeführt werden. Ich persönlich konnte nie mit Eltern mitgehen, die den Tag trotz Sonnenschein in der Wohnung verbringen, da das Kind nicht raus wollte. Bedürfnisorientierter Umgang bedeutet für mich auch, dass meine Bedürfnisse berücksichtig werden dürfen. Es gilt Absprachen zu treffen und ggf. Kompromisse zu schließen, anstatt einfach festzulegen; jetzt geht´s raus und basta!

3. Respektiere die Grenzen deines Kindes

Würdest Du einen Freund zwingen, nochmal auf die Toilette zu gehen, bevor ihr ins Cafe geht? 

Nein! Du würdest ihn nochmal darauf aufmerksam machen, dass es nun eine Weile keine Toilette mehr gibt. Und dass Du vorsichtshalber nochmal gehst. Wenn überhaupt. 

Warum dein Kind nicht gleichwertig behandeln?

Warum über ein „Nein“ eines Kindes gehen? 

4. Achte die Gefühle deines Kindes

Dein Kind stürzt und weint? Dein Teenie trauert wegen Liebeskummer oder aufgrund eines verlorenen PC-Spiels? „Nichts passiert!“, „ist doch nicht so schlimm“, – Doch. Es ist etwas passiert. Doch, für dein Kind ist es gerade schlimm. Achte die Realität deines Kindes. Achte ihre Gefühle.

5. Nehme dein Kind ernst. Höre zu. 

„jaja, mhmhm….“ – gar zu oft schenken wir den Worten unserer Kinder nicht wirklich Bedeutung oder Gewicht. Was „Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem anderm zu“. Sei Modell. Zeige Interesse. Geh auf Augenhöhe. Höre wirklich zu, was Dein Kind zu sagen hat. 

6. Konflikte altersgemäß besprechen

Wenn Du dich an deine Kindheit oder Jugend zurückerinnerst; was haben ewige Moralpredigen mit Dir gemacht? Haben sie wirklich zur Einsicht geführt? Oder hast du innerlich einfach nur die Sekunden gezählt, bis die Schmach endlich vorbei ist?

Achte auf die Dauer deiner Message. Und schaffe davor unbedingt eine Atmosphäre des Wohlwollens und der Zuwendung (hier zu kommt bald ein extra Blogartikel). Beginne bereits mit den Kleinsten die Konflikte anzusprechen; „Hauen tut weh“ – Punkt. Je größer dein Kind wird, desto inhaltlicher kannst du werden. Versuche Dich dennoch den Kern deines Anliegens auf zwei, drei Sätze zu beschränken. 

7. Erkenne die Einzigartigkeit deines Kindes an

Spreche Dich frei von Vergleichen und Ansprüchen. So öffnest Du dich für das Wunder, das dein Kind bereits ist. Spreche deinem Kind zu, sich auf seine Weise zu entwickeln. Die Dinge in seinem Tempo zu erlernen und zu erfahren. Sehe die Schönheit in der Art und Weise deines Kindes. Lass den Druck los, dass es anders sein sollte als es ist. 

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