Kennst Du das?

Du siehst das Problem. Du durchleuchtest das Problem. Du hast es durchdrungen und Du siehst deine eigenen Anteile. Du hast Dich belesen und Du willst wirklich etwas ändern.

Und im entscheidenden Moment – wutsch, zurück ins alte Muster.

Warum ist das so?

Bei deinem zu durchbrechenden Muster handelt es sich um eine Strategie, die sich über einige Jahrzehnte hinweg bewährt hat. Dadurch hat sich quasi eine neuronale Autobahn in deinem Kopf gebahnt. Denn vor allem wenn wir unter Stress sind, will unser Gehirn Energie sparen und greift in Windeseile auf Altbekanntes zurück.

Die Ambition das alte Muster zu durchbrechen ist hingegen ein vergleichsweise klitzekleiner Trampelpfad in einer riesigen Steppe. Und bis ein Trampelpfad zu einer gut ausgebauten Straße wird, braucht es Zeit. Zeit und Geduld und vor Allem – Übung!

Warum sag ich das an dieser Stelle? Da ich Dich zu Nachsicht mit Dir selbst anregen möchte! Schaue darauf, wie viele Jahre Dich dein altes Muster begleitet hat. Und geb Dir Zeit das Neue zu kultivieren.

Den Fuß in die Tür kriegen

Zur Durchbrechung von Mustern und für die Kultivierung neuer Verhaltensweisen gibt es tausend unterschiedliche Methoden. Doch eines eint alle; Es braucht den Fuß in die Tür!

Es braucht ein Moment der Klarheit. Ein Moment des Innehaltens. Des Sammelns. Des Ausrichtens. Es braucht eine bewusste Wahl für das Neue.

Aber wie soll das gehen, wenn es brodelt, in mir und um mich herum?

Wie kriege ich den blöden Fuß in diese scheiß Türe?


Theorie und Praxis

Die Theorie ist leicht und doch nicht einfach.

Durchatmen. Mit dich im Hier und jetzt erden. Mit dir selbst und deiner Absicht verbinden. Loslegen.

Im Eifer des Gefechts gelingt das jedoch meist eher schlecht als recht.

Übe daher erst einmal in Situationen, die dir leichtfallen. 

Übe für eine Woche lang zwei, drei Mal täglich in Situationen, die dir leicht fallen, den Fuß in die Türe zu kriegen. Bspw. wenn Du deinen Kindern das morgendliche Müsli zubereitest, dann halte zwischendrin inne, nehme zwei, drei bewusste Atemzüge, komm bei Dir und im Hier und Jetzt an. Und setzte dann deine Handlung fort.

Das steigerst Du dann in der folgenden Woche – nehme dann Situationen, die dich schon leicht stressen oder nerven. Und steigere so nach und nach den Schwierigkeitsgrad.

Ich weiß – das ist Arbeit! Auch ich wünschte, ich könnte Dir hier den Zauberspruch präsentieren. Aber um die Ausfahrt auf den Trampelpfad „Neue Verhaltensweise“ zu bekommen, kommen wir um Übung und Wiederholung nicht drum rum.

Für die weniger Disziplinierten

Eine weitere, für mich sehr stimmige Variante, kommt aus der Schematherapie;

Erlaube dir für die ersten Momente in dein altes Muster zu verfallen. Schöpf so richtig aus den Vollen! Hau es richtig raus. Übertreibe! Und steige dann bewusst aus. Hierfür ist ein Reminder gut – beispielsweise ein extra dafür angeschafftes Schmuckstück, das du immer tragen kannst und das dich an die Ausfahrt erinnert.

Verkürze dann nach und nach die Zeit, in der Du es Dir erlaubst, bewusst in dein altes Muster zu verfallen.

Der ultimative Fuß in der Türe: Selbstfürsorge

All diese Arbeit ist sinn- und wertvoll. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus macht es jedoch Sinn, das Feld von hinten aufzurollen und mit der Etablierung von Selbstmitgefühl zu beginnen. Als Eltern seid ihr das Epizentrum der Familie – wenn ihr gut dasteht, hat das System meistens kein Problem. Wenn ihr aber müde, hungrig und/oder erschöpft seid, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es knallt sehr viel höher. Sorge also möglichst präventiv dafür, dass Du nicht in die Ausgangslage kommst, in der Du eh schon auf dem Zahnfleisch gehst. Denn von hier aus, kann keine wirkliche Veränderung geschehen.

Nehm Dir jeden Tag bewusst mindestens 15 Minuten nur für Dich alleine.

Wenn Deine Kinder bereits älter sind, darf es auch mehr sein.

Tue in dieser Zeit, was Dir guttut. Was Dich nährt.

Wenn das alles nicht hilft

Gelerntes nicht anzuwenden ist unterlassene Hilfeleistung für sich selbst.

Wenn Du das Problem wirklich durchdrungen hast, Versuche unternimmst dieses zu verändern und sich dennoch keine Veränderungen einschleichen, dann hat dein altes Verhalten sehr wahrscheinlich noch einen Mehrwert für Dich.

Frage Dich dann, was Dir das Verhalten nutzt. Wovor es Dich schützt.

Sei ehrlich und aufrichtig zu Dir selbst.

Wenn Du Unterstützung brauchst, bin ich gerne für Dich da.

Aus welchem alten Muster wolltest Du schon lange ausbrechen?

Ich freue mich sehr über deine Erfahrungsberichte!

Herzensgrüße,

Deine Nina

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