Stell dir vor, dein Kind fragt zum dritten Mal am Tag nach Schokolade. Und als fürsorgliche und weitsichtige Mutter verneinst du.

Woraufhin sich dein Engel auf den Boden wirft. Und um sich schlägt. Endlos diskutiert. Bitterlich weint. Nahezu unaushaltbar kreischt und tobt. 

Was passiert dann in dir?

Wird es in irgendeiner Form eng?

Fühlst du Druck? Spannung? Den Impuls etwas tun oder sagen zu müssen, um die Situation oder dein Kind zu retten?

Die Kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass der Ursprung für dein Erleben deine Gedanken sind. 

Was löst das Verhalten deines Kindes in dir gedanklich aus? 

„Du undankbares Ding, du hast doch schon so viel bekommen“,

oder 

„ich kann ihm einfach nicht gerecht werden. Nie ist es genug…“ 

– Es ist absolut menschlich, dass diese oder ähnliche Gedanken entstehen. 

Und sie machen dich nicht zu einem schlechten Menschen. Auch wenn das für uns „cogito ergo sum“ (Ich denke, also bin ich – Descartes) geprägten Menschen an einem Identitätsverlust gleicht: Du bist nicht deine Gedanken.

Du bist so viel mehr als das. 

Und auch wenn diese Gedanken kraftvoll und einflussreich sind – vor allem, wenn sie eine Geschichte haben und emotional gefärbt sind – sind sie am Ende einfach nur Wellen auf der Oberfläche deines Bewusstseins. Mal größer, mal kleiner. Mal wuchtiger, mal zarter. 

Doch eines eint sie: Sie kommen und gehen. 

Und was bleibt, bist du. 

Am Ende ist also die entscheidende Frage, welche Bedeutung wir diesen Gedanken zu schreiben. 

Nehmen wir sie für bare Münze? Geben wir ihnen die Macht unsere Wirklichkeit zu färben?

– Dann kann das dazu führen, dass wir mitunter Dinge sagen oder ein Verhalten an den Tag legen, wofür wir uns im Nachhinein schämen.

Und plötzlich ist da diese Lücke. Zwischen dem, was wir wirklich-wirklich wollen und dem, was wir leben. 

Das führt nicht selten zu einem Konflikt. Entweder mit unserem Kind. Oder mit uns selbst. 

Oder wir anerkennen, dass diese Gedanken zwar zu uns gehören. Aber nicht darüber entscheiden, wer wir sind.

Stell dir vor, dieses Gedanken-Spaghetti ist wie so ein verrückter Onkel, ein entfernter Verwandter auf einem Familienfest – du weißt, der spinnt ein bisschen. Und du hörst ihm zwar freundlich zu, aber lässt dich von seinen Worten nicht wirklich tangieren. Der quasselt einfach so vor sich hin.

Begegne deinen Gedanken ebenso. Und schaffe so eine gesunde Distanz zu deinen inneren Regungen.

Durch diese Distanz können wir dann einen frischen Blick auf das werfen, was da noch alles ist.

Und plötzlich sehen wir neben dem Schoko-verschmierten Monster vielleicht ein ziemlich müdes Kind. Oder ein besonders willensstarkes Kind, das sehr genau weiß, was es möchte.

Oder unsere eigene Erschöpfung – und die Unlust nun über Schokolade streiten zu müssen… und tatataaaa – haben wir ein komplett neues Feld an möglichen Antworten auf die aktuelle Herausforderung. 

Du bist so viel mehr als deine Gedanken. Du bist ein wundervolles Wunder!

Schön, dass du da bist!

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