Raunächte: Zeit für Rück-, Innen- und Ausschau

Kennst du das?

Du maulst rum, obwohl du eigentlich „nur“ erschöpft und am Ende deiner Kraft bist?

Und du rastest aus, wegen nicht gemachter Hausaufgaben oder wegen rumliegenden Socken?

Und sehr wahrscheinlich fühlst du dich danach schuldig – denn theoretisch weißt du es längst so viel besser?

Fauxpas wie diese sind nur möglich, wenn wir nicht in Beziehung zu uns selbst stehen. 

Wir fühlen nicht mehr, wenn das Ende der Kraft näherkommt. 

Wir erkennen nicht, worum es wirklich-wirklich geht. Denn selten geht es tatsächlich um rumliegende Socken, oder?

Wir erlauben es uns nicht, den Schmerz zu fühlen, und gehen deswegen in die Wut oder in den Rückzug – schlussendlich um uns zu schützen.

Und dann rasten wir aus. Obwohl wir dadurch nur noch müder werden. 

Oder wir ziehen uns in uns zurück und werden dadurch noch einsamer. Obwohl wir uns doch so sehr nach Kontakt sehnen. 

Um das nachhaltig zu durchbrechen, braucht es eine neue Beziehung zu uns selbst. 

Was es braucht ist, dass wir es uns erlauben, wirklich in Kontakt mit uns selbst zu kommen. 

Dass wir „Ja“ sagen können, zu uns, zu unseren Gefühlen, zu unserem Sein.

Was es braucht, ist der Mut uns mit unserm so-Sein zu zeigen.

Was es braucht, ist, dass wir in uns selbst Heimat finden. 

Und genau dazu lädt uns die siebte Raunacht ein. 

Lass uns in diesem Beitrag gemeinsam darauf schauen, wie du dir selbst und deiner Heimat in dir näherkommen kannst: 

Hierfür möchte ich dir gerne ein zentrales Leitbild aus meinem Buch mitgeben: 

Du bist der Kirschbaum.

Nur wenn du in deiner Blüte stehst, kann sich deine Familie an dir nähren.

Was ein Kirschbaum braucht, um zu erblühen ist fruchtbare Erde, Licht, Wasser und ab und zu ein wenig Dünger. 

Wie ist es bei dir? Was ist deine fruchtbare Erde? Was ist dein Wasser, dein Licht? Und was ist dein Dünger? Was brauchst du, um zu erblühen?

Hast du Lust darauf zu schauen, was dich in voller Blüte erstrahlen lässt? Denn wenn wir hier sind – sind wir der Heimat in uns ziemlich nah…

Bist du bereit für ein kleines Ritual?

Dann schnapp dir drei Blatt Papier, einen Stift,  eine Kerze und– wenn möglich – eine Rose (kein must have). Sorge für mindestens 15-20 Minuten ungestörte Ruhe.

Bereit?

Wundervoll. Dann lass uns loslegen: 

Richte dich bequem ein, zünde die Kerze an und reflektiere die drei folgenden Bereiche. 

Notiere deine Gedanken zu jedem der drei Bereiche jeweils auf ein Blatt Papier: 

1. Was ist deine fruchtbare Erde? 

Was brauchst du, um dich sicher und geborgen zu fühlen? 

  • Gibt es etwas aus 2021 das du gehen lassen kannst, damit deine Erde noch fruchtbarer wird? Was macht dich unsicher? Welche Umgebung tut dir nicht gut?
  • Was möchtest du in 2022 mitnehmen oder noch stärker kultivieren, damit deine Erde noch fruchtbarer wird? Wo, wie und mit wem fühlst du dich sicher, zuhause und geborgen? 

2. Was ist dein Wasser, was ist dein Licht? 

Welche grundlegenden Dinge brauchst du, um genährt und gut bei Kräften zu sein? 

  • Gibt es etwas aus deinem 2021 das du gehen lassen kannst, um „stärker“ zu werden? Was sind Energieräuber, die du loslassen kannst?
  • Was möchtest du in 2022 mitnehmen oder noch stärker kultivieren, damit du noch nachhaltiger genährt bist? Was sind Energiespender? 

3. Was ist dein Dünger? 

Welche kleinen Extras gibt es, die dir einen Push geben?

Ist es beispielsweise die wöchentliche Yogastunde? Sex, Schokolade, Kino? Was tut dir gut? Was ist Balsam für deine Seele? Wie kannst du dir zusätzlich Kraft schenken?

Was davon möchtest du in 2022 kultivieren?

(Quelle der Übung: „hätte, müsste, sollte“, Nina Grimm, 2021)

Reiße nun die Passagen von dem Papier ab, die du loslassen möchtest und verbrenne sie über der Kerze. 

Lege auf die Dinge, die du kultivieren möchtest, ein Rosenblatt. Halt dann kurz inne und führe dir diese vor Augen; sehe deine fruchtbare Erde. Dein Wasser, dein Licht, deinen Dünger – und fühle und sehe wie du dadurch erblühst. In deine volle Kraft kommst. Wirklich zu dir kommst. 

Denn wenn du erstrahlst – dann, … dann hast du in dir Heimat gefunden. 

Ich wünsche dir viel Freude damit in dieser wundervollen Zeit und sende dir bis dahin

Herzensgrüße, 

deine Nina 

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